Zukunftsorientiertes Wirtschaftssystem

NRW benötigt ein zukunftsorientiertes Wirtschaftssystem

Neue Liberale setzen auf Gemeinwohl-Ökonomie

Bei allen Vorteilen, die unser derzeitiges sozio-ökonomisches System bietet, dürfen wir die Augen nicht vor dessen Fehlern verschließen. Dem immer lauter werdenden Ruf nach einem völlig neuen System – bis hin zum Systemumsturz – wollen wir einen konstruktiven, liberalen Ansatz entgegen stellen. Wir wollen das bestehende System generalüberholen, aufwerten und damit zukunftsfähig machen.

Unsere Forderung an Politik und Verwaltung ist dabei zum einen mehr Transparanz und damit das Ende von Vetternwirtschaft und Patronage. Wir fordern aber auch eine Abkehr von einer Wirtschaftpolitik, die Lasten ungleich und ungerecht verteilt, hin zu einer Gemeinwohl-Ökonomie, die ‚den Menschen‘ – alle Menschen – in den Mittelpunkt stellt.

Diese Forderung ist weniger utopisch, als es vielleicht auf den ersten Blick scheint. Deutschland ist eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt. Unsere hocheffiziente Industrie kann ohne Weiteres Motor eines tiefgreifenden Wandels werden: Wir wollen, dass sich nicht der Mensch um die Wirtschaft, sondern die Wirtschaft um den Menschen dreht. Das bedeutet nicht, dass wir der Industrie die Flügel stutzen wollen. Im Gegenteil: Wir sehen die Digitalisierung als große Chance für den Standort Deutschland. Doch Herausforderungen wie der demographische Wandel lassen sich mit der heutigen Wirtschaftszentrierung unseres (Zusammen-)Lebens kaum meistern. Heute überbewerten wir Industrieberufe, die in Zukunft durch die Digitalisierung ohnehin zahlenmäßig schrumpfen, und vernachlässigen den Dienst am Menschen, z.B. Pflegeberufe, sträflich. Die wirtschafliche Benachteiligung des sozialen Sektors verhindert zudem jedwede menschenwürdige Innovation. Niemand kann wollen, dass sich Kranken- und Altenpflege nach dem Muster der industriellen Massentierhaltung entwickelt – doch dieses Szenario droht ohne grundlegendes Umdenken.

Im Zusammenhang mit Gemeinwohl-Ökonomie wird häufig ein Grundeinkommen diskutiert. Wir sind der Ansicht, dass es neben einem Grundeinkommen ein Grundgehalt geben sollte. Jeder, der für die Gesellschaft Einsatz zeigt, soll dieses Grundgehalt erhalten. ‚Einsatz‘ kann in diesem Zusammenhang zum Beispiel die Pflege eines Angehörigen sein. Schon heute wäre der soziale Sektor, und ganz allgemein unser soziales Leben ohne ehrenamtliches Engagement kaum denkbar. Sicherlich ist gegen diesen Status quo nichts einzuwenden, jedoch ist es fraglich, ob er sich angesichts des demographischen Wandels überhaupt aufrechterhalten lässt; wir befürchten, nicht. Deshalb ist es notwendig heute über neue Möglichkeiten zu diskutieren.

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